Beitrag 27: Der Zettel vom Vater

Jan-Peter Ewe
(Geschäftsführung Wilhelm Ewe Armaturen GmbH & Co. KG)

„Danke – du musst bald tanken“. Ein Satz, der für mich eine große Bedeutung hat.

Übernimmt man als Sohn freiwillig die Firma des Vaters?
Seit frühester Kindheit hat mich der Wunsch meines Vater und Großvaters -mal leise, mal direkt, mal unausgesprochen- begleitet: „Du übernimmst einmal die Firma“ – welcher Junge wäre darüber nicht stolz gewesen!
Obwohl in direktem Kontakt mit der Firma aufgewachsen, war ich mir in den jungen Jahren nicht der Konsequenzen bewusst. Oft haben wir Kinder bei Kundenbesuchen im Auto gewartet, an vielen Samstagen selbstverständlich geholfen oder erlebt, dass der Vater viel unterwegs oder aber auch zuhause war. Denn mein Vater hatte Zeit, wenn andere Väter arbeiten mussten.

Damals fehlten mir viele Grundlagen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Eines war mir allerdings früh klar: Ich musste meine Vergangenheit verstehen und akzeptieren, damit ich aktiv die Zukunft gestalten kann.

Das hieß: Zunächst meine eigenen Erfahrungen machen. Um Abstand zu gewinnen und meine Vorstellung reifen zu lassen, wie ich mein Leben gestalten möchte, habe ich bewusst für 10 Jahre Braunschweig sowohl zum Studieren als auch Arbeiten in der weiten Welt verlassen. Erst danach konnte ich mir vorstellen, in Braunschweig sess-haft zu werden. Ich war bereit in die Firma einzusteigen.

Mir war allerdings nicht wirklich bewusst, was es bedeutet, verantwortlicher Unternehmer von 120 Mitarbeitern zu sein. Über fundierte Berufserfahrung habe ich durch die Tätigkeit in verschiedenen, auch ausländischen Firmen verfügt. Ich habe auch verschiedene Chefs und ihre Führungsstile kennengelernt, aber echte, eigene Führungserfahrung hatte ich noch nicht.
Ich musste erst einmal lernen, wie ich Führung ausgestalten will. Ich war davon überzeugt und mein Vater hat mich darin unterstützt, dass ich das Unternehmen anders als er und wiederum sein Vater führen werde, nur wusste ich nicht genau, „wie“ das Andere aussieht. Ich steckte selber im Prozess, meine Führungspersönlichkeit zu entwickeln und sollte gleichzeitig den Führungskräften das Ergebnis präsentieren. Das war und ist sowohl für mich als auch für meine Mitarbeiter eine spannende Herausforderung. Mit meinen Eintritt in das Unternehmen startete zudem der Generationswechsel in der Führungsebene mit der Aufgabe, die Erfahrung der „Alten“ zu erhalten und die Veränderung mit den neuen Führungskräften gestalten.

Und nun zu dem Satz. Mein Vater hatte eine Vorliebe für Zettel, über die er viel steuerte und mitteilte. Eines Morgens lag dieser auf meinem Schreibtisch. Normalerweise finden Eltern solche Zettel von ihren Kindern: „Danke fürs Auto, Tank ist leer“. Für mich deutete dieser Zettel „Danke – du musst bald tanken“ an, dass mein Vater innerlich die Firma an mich übergeben hat.

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